umgedacht

Mobbing als Antrieb

In diesem Beitrag geht es zwar um die Folgen und Ursprünge von Mobbing, allerdings ist das Thema dieses Mal etwas anders aufgezogen. Ich sehe das Mobbing unter den genannten Aspekten als ein positives Massenkonstrukt, das bei dem Opfer besondere Fähigkeiten hervorruft. Nur weil hier keine negativen Aspekte genannt werden, heißt nicht, dass es sie nicht gibt, oder dass ich sie nicht sehe.

Mobbing – ein zwischenmenschliches Phänomen, das es in allen Altersgruppen in verschiedenster Stärke vorkommt. Emotional betrachtet ist es eine ungute Sache. Eigentlich nahezu unverständlich wieso sich so viele Menschen gegenseitig schlecht machen. Personen gehen unter. Ganze Existenzen werden zerstört. Auf allen Wegen der modernen Kommunikation geben Menschen ihren Senf zu allem. Aussehen, Talent, Persönlichkeit, Absichten, Beruf, Einstellung, Freundeskreis und so weiter…

Meist beruhen die Anfeindungen auf den Urinstinkten, die noch in jedem von uns ruhen.

Neid und Angst.

Das mögen wohl auch die zwei unattraktivsten Eigenschaften sein, die in uns Menschen stecken. Vermutlich werden sie deswegen so oft verschwiegen und unterdrückt. Doch jeder hat sich nur bedingt unter Kontrolle bzw. jeder geht anders mit diesen Emotionen um. Während die einen als stille Beobachter fungieren gehen andere in die Offensive und konfrontieren einzelne Personen oder Personengruppen direkt.

Ein Opfer lernt zwar den Umgang damit, doch niemals mehr. Jeder Mensch strebt nach Anerkennung. Phrasen wie „Die Meinung anderer ist mir komplett egal“ sind dementsprechend obsolet. Wenn Menschen diese auf dem eigentlichen Weg nicht bekommt, ziehen sie sich zurück und starten einen zweiten Versuch.

Genau auf das möchte ich zu sprechen kommen.

So viel Leid genau diese Eigenschaften auch zufügen mögen, ausgerechnet diese sind auch die Antreiber. Angst und Neid lösen nicht nur im Täter Handlungen für den Stopp einer anderen Person aus, sondern umgekehrt auch das aktive Handeln der Opfer.

Diese kreieren durch die Anfeindungen ein Feindbild. So unromantisch dies auch klingt, das soll eines der besten Antreiber sein. Aufgeklärte Menschen verstehen unter dem Begriff heimzahlen nicht eine aktive Rache an der anderen Person. Sondern schlagen diese mit dem eigenen Triumph.

Hier ein kleines Beispiel, wie es im Bilderbuch steht;

Eine dicke Person wird in der Schule beleidigt. Diese könnte sich einen Plan ausdenken, den Täter zu demütigen oder zu verletzten. Allerdings würde dies an der Situation nichts ändern. Die dicke Person zieht sich in den Sommerferien zurück und hat sich selbst gesagt, dass das neue Schuljahr ein Neustart sein wird. Sie nimmt ab. Was nun? Der Täter sieht den Fortschritt des Opfers, fühlt sich bedroht. Hier stellt eben genau eine Person den Auslöser der Abnahme dar.

Das Opfer ist sich über die eigenen Schwächen bewusst. Denn diese Person ist Empfänger aufrichtiger Kritik. Die Anderen geben sich hier keine Mühe die Gefühle der Person nicht zu verletzten und lassen meist auch nichts unausgesprochen. Dadurch weiß es immer, wo es gerade steht. Auch wenn die Kritik meist zwischen Feindseligkeiten versteckt ist und zumeist negativ ist und somit die Gefühle angreifen wird, hilft genau diese Art von Kritik dem Antrieb. Das Opfer muss zu differenzieren lernen. Die ernsthafte Kritik aus den unbedeutenden Sätzen herausfischen und neutral betrachten.

Viele Gemobbten trauen sich mehr auszuprobieren und einfach mal zu machen. Schließlich haben sie sozial nichts mehr zu verlieren. Ohne Scham und Zurückhaltung ist es ihnen möglich in die Öffentlichkeit zu treten und einfach zu versuchen. Viele der uns bekannten Berühmtheiten waren vor dem Durchbruch Opfer des Mobbing. Ich denke nicht, dass das Zufall ist. Opfer klingt außerdem zu negativ behaftet, in Anbetracht dessen, wo sie jetzt stehen. Sie sind viel eher Produkt des Mobbing.

Zac Efron, Taylor Swift, Herzogin Kate, Lady Gaga und noch viele mehr zählen dazu.

Mobbing erschafft Einzigartigkeit. Das gehört mit unter den letzten Punkt. Denn Auffälligkeiten führen eben zu Mobbing. Auffälligkeiten sind unter anderem Eigenschaften oder Talente, die eben nicht jeder besitzt. Das Mobbing kann Menschen in ihrem Handeln bestärken. Außerdem steht ihnen viel mehr Zeit zur Verfügung. Wer nicht dazu gehört muss zwingend mehr Zeit alleine verbringen. Diese Zeit kann dann eben sinnvoll genutzt werden. Gerade in sämtlichen Casting Shows erzählen auffällig viele, sie seien ehemalige Opfer des Mobbings und haben mit ihrem Gesang, Tanz oder sowas eben gelernt den Schmerz zu stillen. Klar, es soll schönere Gründe geben mit etwas zu beginnen. Aber das sind meist die Teilnehmer, die erfolgreich abschneiden.

Nachdem es ein Produkt des Mobbings geschafft hat sich selbst erfolgreich zu präsentieren und nun Anhänger hat, verfügt es über eine ganz besondere Art des Selbstbewusstseins. Nur ein ehemalig Gemobbter verfügt über wahres Selbstbewusstsein. Denn er hat es geschafft, trotz keinerlei Anerkennung, erfolgreich zu werden und sich selbst nicht aufzugeben. Das zeigt von Größe.  

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