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Covid- der Virus der Psyche

Wieso Menschen über Unzufriedenheit im Lockdown klagen

Geschlossene Restaurants, keine sozialen Events und dann hat auch noch der Einzelhandel zu. „Ich halte es nicht mehr aus, das muss endlich enden!“ gefolgt von Aussagen wie,
„Ich hasse mein Leben! Wir dürfen nicht mehr trainieren gehen „, „Im Sommer wars ja noch in Ordnung, da konnte man wenigstens raus, aber jetzt? Jetzt kann ich nur noch daheim sitzen und TV schauen“,
„Natürlich werde ich dick in der Scheiße. Man darf ja kein Sport mehr machen“,
„Ich werde zum Alkoholiker. Man kann ja nur noch trinken“,
„Nur sterben ist noch langweiliger als diese Pandemie“.

Das Leben eines jeden Bürgers wurde ohne dessen Einverständnis geändert. Denn alles, was der Masse Freude bereitet fiel, von Schlag auf Schlag unbestimmte Zeit weg. Dieses Szenario herrscht nun seit ungefähr einem Jahr. Die Bevölkerung blökt. Verständlich.

Denn das, womit die Menschen ihre Zeit normalerweise verschwenden fällt weg. Daher haben sie nun unverhältnismäßig viel Zeit zur Verfügung und sind auf sich allein gestellt. Jeder muss nun Zeit mit sich selbst verbringen und viele wissen eben nicht, was mit sich anfangen. Die Unbeholfenheit scheint das Problem der Krise zu sein. Menschen können sich nicht mehr selbst beschäftigen. Es ist schließlich zur Normalität geworden mit einem Überhang an Angebot zu Leben. Wie sie ihre Zeit rumbekommen übernahm bis dato immer wer anders. Arbeit, Fahrtweg, Verpflichtungen, Hobbys, Freunde, Partys, nicht einen kurzen Moment ist der Mensch auf sich allein gestellt. Nicht einmal die kurze Zeit am Tag, die er physisch allein sein konnte, nutzte er tatsächlich für sich. Es glich einer Flucht vor dem Alleinsein.

Aber was ist jetzt? Vieles fällt weg. Das Problem? Keine Beschäftigung. Ich beobachte immer und immer häufiger, dass es für viele ein Problem darstellt, sich selbst zu beschäftigen. Zwar fangen Leute plötzlich mit dem Puzzeln an oder stricken sich selbst einen Pullover, doch das ist für die meisten auch nur eine temporäre Zwecksache, die die eigene Unbeholfenheit nur noch mehr zum Ausdruck bringt. Das Internet bietet Ratgeber, wie man das passende Hobby für sich entdeckt. Ein weiteres Eingeständnis der hilflosen Situation. Ein Hobby wird mit Interesse gefunden und daran kann nur festgehalten werden, wenn man das wirklich genießt und es keine Verpflichtung ist. Kein Hobby zu haben zeigt, dass der Mensch sich nicht über sich im Klaren ist. Alle reden davon ihr Hobby zum Beruf machen zu wollen. Das soll aber nahezu unrealistisch sein. Ja, das ist es, aber nicht, weil es unmöglich ist Geld mit dem Hobby zu verdienen. Um an diesem Problem anzukommen brauch man zuallererst ein Hobby. Und daran scheitert schonmal die erste Gruppe.

Kurzum die Menschen leben nun den ganzen Tag so, wie sie unter normalen Umständen ihren Feierabend verbringen würden. Rational gesehen ist diese Zeit lediglich totgeschlagen gedacht. Das wird dann vor sich selbst damit gerechtfertigt, dass man sich nach einem langen Tag entspannen müsste. Jegliche Art von freier Zeit wird also unnütz verschwendet. Da sich diese Zeit allerdings in einem normalen Alltag auf wenige Stunden begrenzt, fällt darauf auch kein weiteres Augenmerk.
Nun aber in der Zeit, in der uns alle möglichen Freizeitbeschäftigungen verwehrt bleiben, wird der Tag so genutzt, wie normalerweise ausschließlich der Feierabend. Man könnte meinen, dass das eine allgemeine Freude verbreitet, denn die Zeit wird offensichtlich gerne so genutzt. Schließlich ist der Feierabend das Highlight des Tages. Herumlungern und chillen hat eben einen guten Ruf. Arbeit schlecht. Chillen gut.
Der durchschnittliche Mensch ist eben faul. Er macht nur das, was er muss. Deswegen ist er auch nur durchschnittlich glücklich.

Denn glücklich ist der Mensch, der schafft. Der Schaffer bekommt Anerkennung seiner Mitmenschen. Bestätigung verleiht das Gefühl von Wertschätzung der Arbeit und verstärkt die Euphorie etwas zu erreichen enorm. Das ist hierbei aber lediglich das i Tüpfelchen und nicht der Ansporn.
Niemand ist gerne unproduktiv. Zeit verschwenden fühlt sich in jedem Menschen schlecht an. Und zwar dann, wenn die Unproduktivität vor sich selbst nicht mehr zu rechtfertigen ist. Ohne Aufgaben macht sich im Menschen das Gefühl der Zwecklosigkeit breit. Das Gefühl der Zwecklosigkeit zieht einen ganzen Rattenschwanz an Unzufriedenheit mit sich.

Es gibt nicht keine Zeit

Es gibt nur keine Lust

Mein Tenor: Hör auf Zeit zu verschwenden! So wirst du niemals glücklich. Such dir irgendetwas und halte daran fest. Umso besser du wirst, desto glücklicher wirst du sein. Der Lockdown ist und darf keine Ausrede für schlechte Angewohnheiten und Unproduktivität sein. Verbessere dich und lass dich nicht hängen. Sonst wirst du dich an dem Zeitpunkt des Endes der Pandemie in einem Loch wiederfinden aus dem du nicht mehr herauskommst.

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