photo of vegetable salad in bowls
Allgemein

Vegan als Disziplin

Meine Gedanken über die vegane Lebensweise und wie sie die Disziplin fördert

Die Woche vom 15.03. bis zum 21.03.2021 lebte ich vegan. Mein Ziel war es auf so wenig Ersatzprodukte wie nur möglich zurückzugreifen. Ich sehe die vegane Ernährung als eine überaus gesunde Lebensweise, da vor allem verarbeitete Produkte somit weg fallen. Der freiwillige Verzicht sollte meine Disziplin trainieren, ähnlich wie früh aufzusehen ohne einen Termin zu haben oder keinen Alkohol zu trinken. Doch die Ernährung kann man nicht komplett weglassen, wie Zigaretten oder Alkohol. Nein, man muss Essen, nur eben richtig und das ständig. Deswegen trainiert Ernährung die Disziplin auf eine ganz andere Art und Weise.

Wir leben in einem Überangebot. Ständig. Überall. Alles.
Das bietet viele Vorteile, doch was macht das in einem? Ich glaube, dass dieses Überangebot die Menschen verschlechtert. Bzw. die Menschen, die nicht damit umgehen können. Denn keiner muss sich Gedanken über irgendetwas machen, jegliche Aufgaben können ohne Probleme outgecourced werden. Wenige machen, was sie nicht müssen und das rächt das Leben und mit der Körper. Wer nicht bewusst lebt, hat weniger Disziplin. Aber wie lebt man denn bewusst? Ich glaube, dass der Körper uns ganz genau zeigt, was er benötigt. Jeder Körper auf seine Art und Weise. Doch was machen wir? Bekämpfen die Syndrome anstatt der Ursache. Doch wie Älter man wird, desto mehr wünscht man sich in junge Jahren bewusster gelebt zu haben. Zu Verzichten, obwohl man ständiger Konfrontation ausgesetzt ist, zeigt was in einem steckt. Mir ist klar, dass die Pizza attraktiver wirkt, als die Bowl, aber das ist auch nur Gewöhnungssache. Eine Umstellung ist weder Sprint noch Marathon, man muss nämlich hineinwachsen und nach und nach sein Leben verbessern. Und dazu benötigt man das wichtigste Gut, was allmählich in der Gesellschaft verloren geht: DISZIPLIN.

Und hier mein Bericht aus der Woche 

Meine Ernährung bestand während der Vegan-Week zu 80% aus Obst und Gemüse. Da ich ohnehin viel Gemüse esse, fiel mir hier kein Unterschied auf. Statt Kuhmilch war es dann nun Hafermilch im Kaffee, was auch total in Ordnung war. Da ich über jedes Essen normalerweise Joghurt schmeiße habe ich hier auch auf die Soja Alternative zurückgegriffen. Und das war es auch schon wieder mit Ersatzprodukten. 

Der Gang durch den Supermarkt war sehr verkürzt, was man von der Dauer nicht gerade behaupten kann. Denn man hat doch mehr Zeit mit den einzelnen Produkten verbracht als gewohnt. Hier die Inhaltsstoffe durchgelesen, da die Nährwerttabelle studiert. Und oftmals ertappte ich mich dabei, wie ich trotz der Veganzugehörigkeit das Lebensmittel wieder zurück in das Regal legte. Zucker und schlechtes Fett gehört sicher nicht auf den Ernährungsplan, wenn man gerade versucht aus seinem Körper ein Tempel zu machen. 

Was ich gelernt habe? Vegan heißt nicht gleich gesund. Man kann sich nämlich auch vegan total ungesund und nährstoffarm ernähren.  

Im Geldbeutel macht es übrigens keinen Unterschied. Klar, wenn ich alle Ersatzprodukte in irgendeiner Form konsumiert hätte wäre es teuer gewesen, aber hier muss ich leider whataboutism betreiben : Denn es wäre auch nicht günstig jeden Tag Fleisch vom Metzger zu essen. Wenn man sich aber auf unverarbeitete Nahrungsmittel beschränkt, was uns unser Körper sowieso dankt, dann gibt man genau gleich viel bis weniger aus, kommt ja auch immer darauf an wie viel man wovon isst. 

Meine Haut war noch nie so rein und ich hatte genauso viel Energie wie sonst auch. Vielleicht sogar etwas mehr, da ich tatsächlich kein Mittagstief hatte, das kann aber auch an dem Frühlingserwachen liegen. Verbessert hat sich mein Lebensgefühl und meine Disziplin. In dieser Woche habe ich viel geschafft bekommen und habe mich sportlich betätigt. Ich glaube, dass man sich zwar nicht den veganen Stempel auf die Stirn setzen muss, aber sich einfach mal während dem Essen fragen „Was würde dieses Essen hier zu einem Nicht-Veganen Essen machen?“. Und dann wird man schnell merken, dass es gar nicht so einen enormen Unterschied machen würde. Wenn man nur das ersetzt, hat man sein normales Essen nur in vegan. Diese Herangehensweise ist empfehlenswerter als sich frei Hand Gedanken über veganes Essen zu machen, denn dann kommt in jedem das Bild Soja und Tofu im Kopf auf. Wie schon erwähnt, habe ich die Ernährungsumstellung gar nicht wirklich wahrgenommen, denn ich habe genau das selbe gegessen wie sonst auch, nur ein wenig abstrahiert. Denn ich habe in meinem Essen eigentlich nur den Joghurt austauschen müssen. 

Tatsächlich kann ich gar nicht so viel mehr dazu sagen, denn wie schon gesagt, mir ist das nicht schwergefallen und sehe keinen Grund darin nicht vegan zu leben, solange man viel selbst kocht.  

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