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Leg dein Handy weg du faule Sau!- was ich eigentlich sagen will, aber nicht darf..

In diesem Beitrag geht es um Redefreiheit. Denn in der heutigen Zeit, in der Mental Health geradezu das A und O eines gesunden Lebens darstellt und damit jegliche Art von Druck und Anforderung als schädlich propagiert wird, muss man absolut aufpassen wie man was formuliert, um bloß Niemandens wunden Punkt anzusprechen. Sobald man ausspricht, was objektiv betrachtet absolut richtig ist, jedoch den Menschen in keinem guten Licht darstellt, wird man im Rampenlicht der Gesellschaft angeprangert.
In meinen Augen ist das „Man darf doch nichts mehr sagen!“ nur ach so real geworden.

Um meinen Standpunkt zu verdeutlichen, rede ich über Bildschirmzeit, sei es an Smartphone, Tablet, PC oder TV, und was wir für diese Zeit auf kurz oder lang hergeben. Denn selbst wenn es in unser Zeitmanagement reinpassen sollte, verändert es den Menschen.
Egal wie erfolgreich du auf Social Media auch bist und was es dir gibt, am Ende des Tages hast du einen großen Teil davon und damit deiner Lebenszeit an ein elektronisches Gerät verschwendet. Niemand wird zu dir in 30 Jahren sagen „Und weißt du noch als wir alle die ganze Zeit am Handy waren?“.

Die aktuelle pandemiebedingte Situation ist mir bewusst. „Man kann doch gar nichts machen“, höre ich nur von allen Ecken. Doch das halte ich für eine Lüge, denn die Umstände bemessen sich an den eigenen Taten. Die Pandemie wird als Generalausrede für eine faule Lebensweise genutzt. Gewichtszunahme, ungesunde Ernährung, Serien schauen, nichts lernen etc.

Wobei diese Zeit ja viel eher dazu genutzt werden könnte das Leben besser zu machen (Regelmäßige Schlafenszeiten, gesunde Ernährung, Zeit für Bildung, Sport, Meditation, neues Hobby etc.)
Doch bringe ich genau diesen Gedanken an, werde ich zur Zielscheibe. Denn genau das darf wohl nicht ausgesprochen werden. Das könnte schließlich Leistungsdruck auslösen, was natürlich gar nicht gut für die Mental Health ist.

Es fällt, um genau zu sein in dieselbe Schublade der „richtigen“ Dinge, die man aber nicht aussprechen darf, weil man sonst noch jemanden mit längst obsoleten Mustern in die Enge treiben könnte, da sich diese Person in ihrer Lebensweise angegriffen fühlt (ganz nach dem Grundsatz „Betroffene Hunde bellen“). Um diesen Exkurs fortzuführen hier ein paar Thesen, die als Überschriften von dort zu findenden Themen/Meinungen genutzt werden könnten:
• „Mein Lieblingsfach war immer Mathematik und da war ich auch gut drin.“
• „Eigentlich versuche ich jeden Tag Sport zu machen und das hatte ich jetzt gerade vor, deswegen kann ich nun nicht auf eure spontanen Pläne einspringen, aber gerne das nächste Mal.“
• „Ungesunde Ernährung ist mit unter ein Indikator für faule Menschen.“
• „Eine eigene Familie zu gründen ist erstrebenswerter als ständig wechselnde Partner zu haben und „Karriere“ zu machen.“
• „Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf um meinen Tag richtig starten zu können.“

Bringst du einen der Standpunkte in einem öffentlichen Raum zum Ausdruck wirst du, auch ohne es überhaupt wahrzunehmen, mindestens einer Person auf den Schlips treten. Es sind nämlich Themen, die die Betroffenen sofort auf sich adaptieren und auch zeitgleich anfangen sich da rauszunehmen oder andersherum sich zu einer Allianz seines Gleichen formen, um dich dann als Dummbatz hinzustellen.
Und am Schluss bist du, der der wirklich versucht das Beste aus sich herauszuholen der gelackmeierte. Du wirst dich ständig schnippigen Aussagen aussetzen müssen, wie „Und was machst du jetzt mit deiner Zeit am Morgen?, also ich könnte das ja nie. Mir ist das und das heilig.“
Diese toxischen Bemerkungen wirken nahezu disruptiv auf die eigene Seele ein. Doch jeder muss sich bewusst machen derjenige, der mehr macht, macht sich nicht über jemanden der weniger macht lustig. Es ist immer anders herum.
Das ist eine Art Schutzmechanismus, den man einfach erkennen muss.

Ich fasse zusammen: Wenn du mehr machst, fühlt sich derjenige, der weniger macht schlecht. Dessen Reaktion lässt dich schlecht fühlen.

Aber was ist denn jetzt tatsächlich „schlecht“? Person A die von ihrer Selbstoptimierung erzählt und Person B vielleicht sogar mitreisen möchte? Oder die Person B, die sich angegriffen fühlt, und Angst hat überholt zu werden und deswegen Person A mit Worten runtermacht bzw. ausschließt?
Zumal Person A in den meisten fällen nicht einmal aktiv davon erzählt, da sie sich den Reaktionen bewusst ist (z.B. veganer Diskussion) und sich trotzdem mit Hass und Neid der anderen Personen auseinandersetzen muss.

Doch du darfst alles aussprechen. Du darfst sagen, wenn sich jemand nicht gut verhält. Du darfst sagen, was du selbst gut machst. Aber „das Gute“ so zu behandeln, als gäbe es das nicht, nur weil du selbst diesem nicht entsprichst, ist keine Lösung. Der Mensch braucht gute sowie schlechte Vorbilder.
Am Ende des Tages kann jeder selbst entscheiden, ob er versucht die Dinge „richtig“ anzugehen oder doch lieber versagt, weil das auch so in Ordnung ist und die meisten Menschen versagen. (Grüße an den inneren Schweinehund)

Zurück zum Beispiel. Die Bildschirme rauben uns unsere Zeit und verändern die Psyche und das Verhalten auf lange Zeit. Jegliche freie Zeit kann mit ihnen überbrückt werden, sodass richtige Langeweile schon längst nur noch eine Sage der vorherigen Generationen ist. Die ständige Dopamin Ausschüttung, die die Nutzung verschiedenster Geräte mit sich bringt, stumpft uns alle nach und nach ab. Die Überreizung wird uns noch zum Verhängnis werden. Denn sobald etwas nur bisschen „langweiliger“ ist, halten wir es nicht mehr aus. Freude an weniger interresannten Dingen gibt es dann nicht mehr.
Es ist so, als würde man sein Leben durch viel Konsum vorsätzlich verschlechtern.

Maßgebend sind nicht nur die Langzeitfolgen. Auch das Einbringen in den Alltag weist seine Schwierigkeiten auf. Denn egal was, der Bildschirm weckt mehr Interesse als die eigentlichen Aufgaben (Auch viele liebe Grüße an die Komfortzone). Der Fluch (und Segen) der Prokrastination.

Noch ein letzter Gedankensprung. Wenn ich heute ein Freundebuch herumgeben würde, wären dann als Hobbys, vereinzelt auch Berufe, meiner Freunde „Instagram, TikTok und co.“ eingetragen? Ist das okay für den Menschen weg von der körperlichen Betätigung, damit rede ich nicht nur von tatsächlichem Sport, und hin zur Dauerbeschallung zu gehen? Immer mehr zur tatsächlichen Freude zu benötigen? Und auch immer mehr Zeit dafür aufzuwenden?

Nein.

Landet mal wieder im tatsächlichen Leben und macht euch nicht vorsätzlich kaputt.
Und das darf ich auch genauso aussprechen.

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