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Jugendlicher Atheismus

Durch die Pubertät müssen wir wohl ausnahmslos alle durch. Geplagt von vielen zwischenmenschlichen Problemen und der Aufgabe der Selbstfindung bleibt nicht viel Zeit für die Glaubensfindung. Im Gegenteil, gerade Jugendliche auten sich oft als Atheisten. Aber wieso denn eigentlich?

Als ich die 8.te Klasse besuchte, stand ich kurz vor dem Rauswurf aus dem Religionsunterricht, sowie aus dem Konfirmationsunterricht. Nun bin ich 20 Jahre alt und erzähle euch meinen Werdegang zur bekennenden Christin.

In meiner Grundschule wurde ich 4 Jahre von einer total lieben Frau in Religionslehre unterrichtet. Sie war immerzu in Papaneuginea und leistete freiwillige Arbeit. Sie erzählte von Gottesbegegnungen und ihren Erfahrungen. Es war eine alte Frau, die mit meiner lebendigen Klasse zwar oft überfordert war, doch mir wirklich im Kopf geblieben ist.

In meiner Freizeit besuchte ich die Kinderkirche und die evangelische Jungschar. Doch nach und nach ließ das nach. Für mich war das ohnehin eher ein Treffpunkt mit meinen Freunden. Für das Programm hatte ich wenig übrig, doch ich wurde regelmäßig damit konfrontiert. Meine Mutter lag wert darauf, dass vor dem Schlafen gebetet wird, doch ließ mir sonst alles offen.

Gerade als diskussionsfreudiger Jugendlicher weigerte ich mich mir über den tatsächlichen Glauben Gedanken zu machen. An Jesus zu glauben ist schließlich viel zu sehr Gesellschaftskonform. Also belächelte ich die Gläubigen und tat so, als wären sie geistig nicht auf meiner Ebene. Ich suchte viel mehr nach Logikfehlern sowie Übersetzungsfehler in der heiligen Schrift um das alles als obsolet zu befindet.

Doch wie kam es nun zu der Wende? Wie kam es dazu, dass ich plötzlich dazu bereit war, mich tatsächlich auf das Christentum einzulassen und meine süffisante Haltung beiseite zu legen?

Tiefpunkte zeichnen das Leben.
Schlechte Erlebnisse führen zum Glauben. Irgendwann wird jeder zu dem Punkt kommen, an dem er sich alleine fühlt. Und der Mensch wird versuchen, sich da raus zu boxen oder sich weiter in Richtung Hölle zu manövrieren, ohne es Anfangs zu merken. Manche fangen sich wieder und kommen da raus. Doch wieder andere gehen darin unter.

Das Schlimmste für den Menschen ist das Alleinsein. Im Regelfall passiert das nicht, da jeder Mensch von einem anderen abhängig ist. Diese Eigenschaft zieht einen ganzen Rattenschwanz mit sich, nämlich dass selten ein Mensch in dieser Abhängigkeitskette ausgelassen wird.
Doch was häufig vorkommt ist, dass sich ein Mensch alleine fühlt. Total unabhängig davon, ob er es tatsächlich ist.
Um dieses schlimme Gefühl loszuwerden gibt es diverse Möglichkeiten. Zum einen kann das Gefühl ignoriert werden, sodass es einfach ist weiterzuleben. Neue Menschen treffen, Alkohol trinken etc.
Viel komplexer wäre die zweite Möglichkeit, die da wäre, nicht die Symptome, sondern die Ursache zu behandeln. Zu lernen sich selbst und seine Position zu akzeptieren und sie zu verbessern. Dafür gibt es viele Wege und ich fand meinen mit dem Glauben zu Gott.

Mein Leben kommt mir manchmal so vor, als wäre es eine große Baustelle. Und da frage ich mich, „was soll ich tun?“ Und „was ist richtig?“. Oft traf ich falsche Entscheidungen, bei dem Versuch mein Leben in die Hand zu nehmen. Dass sie falsch waren musste ich allerdings immer erst schmerzvoll im Nachhinein feststellen. Mir fehlte eine leitende Hand.

Taten folgen der Einstellung. Und die Einstellung ist nicht eindeutig. Ständiges suchen nach den persönlichen Idealen und den Werten, nachdem ich mein Leben ausrichten soll. Zwischen Progressivität und traditionellen Handeln steckt gar nicht so viel Entscheidungsspielraum. Aber was denn nun? Was macht glücklich?
Wir Menschen versuchen ständig die aufgeklärte Spezies zu sein und damit alle traditionellen Güter zu verwerfen und neue „bessere“ Lebensweisen zu etablieren. Aber ich glaube, dass das neue „rasche“ Leben zu einfach ist, um gut zu sein. Ich musste feststellen, dass mein Leben, das ich führte, kein gutes Ende nehmen würde. Es wäre zu einfach gewesen. Man kann nicht die schnelle Belustigung wollen und nebenher die wahre Glückseligkeit verspüren. Zwischen Spaß und der absoluten Glückseligkeit muss klar differenziert werden. Die wahre Glückseligkeit erfordert Arbeit und verzicht. Und genau diese Aufgaben sind erfüllend und wie Butter für die Seele, auch wenn sie einem in dem Moment so nicht vorkommen. Da meine Eltern mich nicht mehr führten, musste ich meinen eigenen Weg finden. Mich selbst zu leiten würde mich nach und nach in den Abgrund treiben. Der Mensch brauch Regeln, eine Art moralischen Kompass. Und genau das stellt die Bibel dar. Die heilige Schrift zeigt den Weg zum Licht. Egal in welcher Finsternis man gerade verharrt. Egal wie viele Probleme auf einen ein preschen. Sie bringt dich ans Licht und Licht ist Gott.

Dieser Beitrag erzählt die Grundgeschichte. Ich werde euch erzählen, wie ich die Bibel lese und verstehe. Ich werde euch erzählen, was sich in meinem Leben verändert. Und ich werde euch erzählen, wie sich meine Gefühlswelt entwickelt. Da ich noch in dem ganzen Prozess stecke müssen diese Erfahrungsberichte erst noch erlebt werden, bevor ich sie schreiben und dann mit euch teilen kann. Finden erfordert Zeit.

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