POLITICS

Emotionalisierte Politik

Was ist das eigentlich für ein Phänomen, dass jeder davon überzeugt ist, bei Politik und Wirtschaft mitreden zu können? Schließlich trauen sich die wenigsten bei medizinischen Aussagen gegen die Worte eines Arztes oder Apothekers zu reden. Wird damit nicht Themen wie der Wirtschaft und Politik die Komplexität abgesprochen?
Da sich der Mensch grundsätzlicher mehr von Emotionen und weniger von Fakten beeinflussen lässt, stellt das ohne Frage ein großes Problem dar.
Gerade in der Politik wird dadurch nicht zu selten emotionalisiert gewertet. Die Differenzierung von Fakten und individuellen Werten bleibt dabei komplett aus bzw. wird in Debatten unkontrolliert vermischt. Vor allem in der heutigen Zeit, in der Politiker sehr nahbar sind und Diskussionen unkompliziert verfolgt werden können, ist die Politikebene angreifbarer, als sie noch vor 10 Jahren war.
Besonderes öffentliches Augenmerk werden nahbaren politischen Diskursen gegeben, die eine Emotionalisierung zulassen. Somit kann jeder Mensch, der gerne was dazu sagen würde, sich auch äußern. Anders sieht es dagegen mit dem medizinischen Fachbereich aus. Ist es wünschenswert, dass bestimmte Themen in der Öffentlichkeit im Schatten anderer untergehen?

Gerade junge Leute neigen dazu sich zu radikalisieren. Liegt das an deren jugendlichen Emotionen oder an einem anzubringenden Perspektivwechsel? Ich möchte nicht pauschal behaupten, jugendliche informieren sich nicht richtig und handeln lediglich gefühlsgeladen. Allerdings macht es den Anschein, als würde eine einmalige Beteiligung der FFF Kampagne ausreichen, um differenziert über Klimapolitik sprechen zu können. Aber Klimapolitik ist nicht so einfach, wie man es da auf diversen Demonstrationsschildern liest. Denn darauf sehe ich rein populistische Parolen. Das ist auch Sinn und Zweck einer Demonstration, verstehen Sie mich nicht falsch. Allerdings sind das die Spickzettel der Argumente der Gen-Z. Außerdem, meine Damen und Herren, möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich hier um sehr junge Menschen handelt, die zuvor noch keine Überschneidung mit Politik hatten. Sie schmieden sich durch die Linksunterwanderung der, gerade für junge Leute attraktiven FFF-Demo, ihre politische Einstellung. In Bezug auf andere, wirtschaftsorientierter Parteien stellen Sie lediglich ein Echo diverser Magazine und Schlagzeilen dar.
Ist Politik denn nur noch „Hören und Verbreiten“? Sympathie und Ethik?
Die wenigsten schauen sich das Wahlprogramm an, und noch weniger machen sich darüber Gedanken. Gerade durch TikTok, eine Plattform der jungen Leute, ist Meinungsmache leicht geworden. In kurzen Videos müssen nur 1-2 Sätze fallen, die sich leicht wiederholen lassen. Weder Vergleich noch Faktencheck hat bis dato im Konsument stattgefunden.
Und damit trauen sie sich teilweise vor Publikum. Natürlich fällt Unwissenheit nicht auf. Denn die Stimme ist laut und das Publikum weiß auch nicht mehr. Hier greift dann das gutbürgerliche Sprichwort „Wenig Ahnung, viel Meinung“.

Ich bin auf diese Entdeckung gestoßen, da mir aufgefallen ist, dass sobald wirtschaftspolitische Themen besprochen werden, von besagten Leuten schnell das Thema hin zur Klimapolitik und sozialen Gerechtigkeit gelenkt wird. Entgegnet man ihnen allerdings souverän mit Quellen, Daten und Fakten, wird auf eine emotionale Moralschiene gelenkt. Und am Ende vom Tag beweihräuchern diese sich als gute Menschen und heißen die anderen kapitalistische Ar***löcher.

Außerdem verstehe ich auch nicht so ganz, wieso gerade die jungen Menschen so viel grün (Bezug auf Wahlen 2021) wählen. Sind das nicht gerade die, die die ganze Welt sehen wollen, sich nicht an ein 9-5 Arbeitskonzept koppeln wollen und mit keinen Verboten umgehen können?

Alle lehnen sie pauschal die AfD ab. Diese Partei ist schließlich „am rechten Rand“. Aber was ist denn mit der Linken? Wieso darf man sich öffentlich nach links radikalisieren, aber nicht nach rechts. Sollten nicht alle Radikalisierungen, irrelevant in welche Richtung, verpönt werden? Zumal ich das Gefühl habe, dass der Unterschied noch viel größer ist. Ich verdeutliche Ihnen das gerne anhand eines Szenarios. Ohne Probleme, oder zumindest mit wenig Widerspruch kann ich vor einer Menschengruppe überaus linksradikale Aussagen treffen. Wenn ich die liberale Mitte mit einer gewagten Aussage um ein Minimum nach rechts verfehle, werde ich als Nazi betitelt, zerfleischt. Das ist keine freie Meinungsäußerung und vor allem eine starke Beeinträchtigung der Redefreiheit. Ich würde hier sogar das Wort Manipulation in den Mund nehmen.

Menschen, die aus Überzeugung Grün wählen, möchte ich hier nicht angreifen. Ich spreche lediglich darüber, wie ich die (jungen) Grünwähler wahrnehme. Auch FFF möchte ich nicht pauschal ablehnen. Ich sehe nur eine starke Entwicklung von der Dynamik des Beginns bis heute.

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